in Flaschendrehen

Alles reine Kopfsache mit Hashimoto?

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Ziemlich wenige Blogposts in den letzten Wochen? Ja, das ist uns bewusst und das tut uns auch wahnsinnig leid. Während sich Nessas Leben gerade so ziemlich um 180 Grad gedreht hat, liegt mein Problem eher in der Stagnation. Es liegt alles ein bisschen brach, es ändert sich nichts und das kotzt mich an. Ich bin von Haus aus ein ziemlich ungeduldiger Mensch und deswegen wollt ihr nicht wissen, wie mies gelaunt ich sein kann, wenn etwas nicht sofort nach meinem Willen verläuft. Aktuell bin ich sehr müde, ausgelaugt, fühle mich eigentlich ständig irgendwie krank und bin antriebsloser als je zuvor. Woher das kommt? Ich bin unzufrieden, ich hatte sehr viel Stress die letzten Wochen und da schaltet sich meine Schilddrüse und Hashimoto ein und mischt eben auch noch mit.

Audrey Hepburn Schirm
Auf Regen folgt auch irgendwann wieder Sonnenschein…oder nicht?

 

Tatsächlich könnte ich aktuell wieder zu jeder möglichen Tageszeit, egal wo ich bin – im Liegen, Stehen und Sitzen – einfach einschlafen. Meine Tage beginnen Dank des Pendlerlebens meist um fünf Uhr morgens. Dann, wenn bei vielen normalen Menschen vermutlich gerade erst die Tiefschlafphase anbricht, stehe ich bereits unter der Dusche um zehn Minuten später loszudüsen und dem allgemeinen Pendlerstau zuvor zu kommen. Grundsätzlich hat es mir nie etwas ausgemacht so früh aufzustehen, aber in den letzten Monaten spür ich merklich, wie ich mich schon fast aus dem Bett prügeln muss. Ich glaube in dieser Hinsicht ist irgendwann einfach mal ein Punkt erreicht, an dem der Körper sagt ich hab keinen Bock mehr jeden Tag 19 Stunden wach zu sein.

Hinzu kommt, dass ich aktuell in meinem Job auch nicht so zufrieden bin, wie ich es gerne hätte. Ich will nicht mehr pendeln und ich will nichts mehr machen müssen, worauf ich eigentlich keine Lust habe. Ja, das Leben ist kein Ponyhof und das ist mir vollkommen bewusst, aber ich bin der festen Überzeugung, dass man sich nicht mit einem akzeptablen Job zufrieden geben sollte, wenn da draußen irgendwo ein großartiger Job wartet, für den man sich gerne aus dem Bett quält. Deswegen muss und will ich daran unbedingt etwas ändern.

Zu Thema Sport und ganz speziell Freeletics. Ich liebe es und ich mach es eigentlich so gern, aber im Moment bedeutet Freeletics für mich nur den Tod. Ich kann meine Workouts nicht mehr dann machen, wann ich Lust habe, ich muss sie wenn überhaupt vor dem Schlafengehen machen, da ich sonst keine Energie mehr übrig habe um noch Einkaufen zu gehen oder zum Beispiel etwas mit Freunden zu machen. Nach einem Workout schlafe ich nämlich – tief und fest wie eine Tote. Das klingt übertrieben und drastisch, aber die Leute, die wissen in welchen Formen sich Hashimoto alles zeigen kann werden bei übertriebener Müdigkeit vermutlich schmunzelnd die Hand heben.
Ich hab mir dennoch fest vorgenommen meine Workouts wieder regelmäßig zu machen, da ich mittlerweile auf einem ganz guten Level war und das eigentlich ungern total schleifen lassen will. Außerdem krieg ich dann eine von Nessa auf den Deckel #noexcuses und so.

Auch meine Ernährung passt im Moment ganz gut zum Rest meines aktuellen Tiefs. Da ich seit Monaten eine quasi Fernbeziehung führe sin meine Ambitionen unter der Woche zu kochen eher gleich Null. Alleine macht es keinen Spaß, ist sowieso immer viel zu viel und den Scheiß drei Tag am Stück essen, darauf hat auch niemand Lust. Eigentlich koche ich unglaublich gerne und immer frisch, aber gerade fehlt mir die Motivation dazu. Mein Abendessen besteht deshalb meist aus einer Schachtel Mini-Mozarella. Die kann ich zumindest bedenkenlos essen, da mich aktuell auch mein Magen wieder für jedes bisschen Gluten abstraft. Eine weitere lustige Nebenwirkung, die Hashimoto mit sich bringt ist eine Art Glutenunverträglichkeit, die ihr euch als Bauchkrämpfe, Übelkeit und ständige Gefühl einen Stein im Magen liegen zu haben vorstellen könnt. Dieses Problem ist mir zumindest bereits bekannt, weshalb ich keine Probleme habe einfach wieder eine Weile glutenfrei zu leben.

Alles in allem habe ich mich schon lange nicht mehr so krass aus dem Gleichgewicht gefühlt wie zur Zeit und daran muss ich dringend etwas ändern. Ich hasse das Gefühl keine Kontrolle über mein Leben zu haben und die meiste Zeit nur als stiller Beobachter daneben zu stehen. Deswegen Step by Step die erste Baustelle ist bereits im Gange. Aber aus diesem Grund sitze ich einfach so viele Abende nicht am PC und schreibe keine Blogposts. Traurig aber wahr und ich hoffe ihr könnt mir das verzeihen, ich gelobe Besserung in allen Punkten.

Ich weiß, dass dieser Post zur Abwechslung mal nach ziemlich viel Gejammer klingt, aber das ist es nicht. Es ist auch kein Placebo oder der Versuch Aufmerksamkeit zu erhaschen. Eigentlich möchte ich anderen Betroffenen damit nur zeigen, dass sie nicht alleine sind, auch wenn einen das Umfeld gerne mal als faul abstempelt und unterstellt, dass man sich diese Dinge nur einredet. Wir bilden uns das nicht ein, aber wir ändern auch nichts daran, wenn wir aufgeben und uns davon fertig machen lassen. Der einzige Ausweg aus dieser Abwärtsspirale fängt im Kopf an. Immer wenn ich in solchen Phasen stecke dauert es ein bisschen bis ich mich aufrappeln kann, aber es lohnt sich. Deswegen lasst euch nicht hängen und gebt euch nicht auf! Es ist total okay mal für ein paar Tage, vielleicht auch ein paar Wochen kürzer zu treten und sich, sein Leben und seinen Körper ein bisschen zu hassen. Ganz ehrlich das tun wir alle ab und zu. Aber irgendwann muss einfach der Punkt kommen an dem man sagt, dass es so nicht weitergehen kann, weil es nichts bringt. Und ab dann geht es auch wieder aufwärts, dann schlafen wir eben 3 Stunden mehr und machen anfangs nur halbe Workouts, ganz egal. Hauptsache wir tun etwas und lassen uns nicht davon unterkriegen, dass es eben manchmal wirklich beschissene Perioden im Leben gibt.

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Heidi

Comment

  1. Sarah Pritzel

    Am Anfang dachte ich: Ohje, ein Jammerpost. Aber ich muss sagen: Du hast genau die richtige Einstellung und das bewundernswert klar! Super, dass du am Ende sogar noch Worte findest, um andere zu motivieren. 🙂 Denn ja, so lange wir wissen was uns nicht gefällt, können wir anfangen, es zu ändern. Sei es der Job, die Ernährung, was auch immer. Mit Hashimoto kenne ich mich nicht aus und ich bin sicher, dass ich deshalb kein qualifizierte Meinung dazu äußern kann, aber ich glaube dir, dass das einiges mühsamer und schwerer macht. Aber eben auch nur schwerer und nicht unmöglich. In dem Sinne: Applaus für deine Willenskraft und jetzt geht es wieder weiter. Nach vorn! 🙂

    Liebe Grüße
    Sarah von DamnCharming

    22 . Aug . 2017
  2. Heidi

    Liebe Sarah,
    danke für den lieben Kommentar! Eigentlich ist jammern und rumheulen auch so überhaupt nicht mein Ding, aber irgendwie hatte ich gestern Abend das Bedürfnis mir alles was mich aktuell ankotzt einmal von der Seele zu schreiben. Und wenn ich damit jemand anderen noch ein bisschen motivieren kann sich ebenfalls aufzurappeln umso besser. Aber du hast recht 🙂 Aufstehen, weitermachen und nach vorne schauen!
    Liebe Grüße,
    Heidi

    22 . Aug . 2017
  3. Ben@MoreThanDigital

    wirklich sehr interesant geschrieben … sogar mit einem „Twist“ sowie einer Motivation. Wirklisch schön 🙂

    Liebe Grüsse
    Ben

    22 . Aug . 2017
  4. More about Danie

    Ich kenne die Phasen, da will man einfach nur schlafen, aber das gibt sich wieder!

    Mein Freund hat das auch seit Jahren, steht um 4 Uhr auf und meistens erst gegen 10 Uhr ins Bett …

    Das mit dem Job sehe ich genauso, hab in meinen jungen Jahren oft gewechselt und endlich gefunden, was ich mir für den Rest meines Lebens vorstellen kann … auch wenn die Bezahlung nicht so gut ist.

    LG Daniela

    22 . Aug . 2017
  5. tantedine

    Wir können uns da gerne die Hände schütteln 😀 Ich dachte immer, dass ich mir die Müdigkeit einbilde und auch diese Antriebslosigkeit 🙁 Aber es ist tatsächlich so und viel daran ändern kann ich nicht, außer positiv zu denken. Ich bin zwar wieder gut eingestellt aber trotdem wird es oft durch äußere Einflüsse beeinflusst. Ich stimme dir voll und ganz zu: Wenn der Körper sagt, er braucht eine Pause, dann sollte man sie ihm auch geben 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

    22 . Aug . 2017
  6. Katta

    Sehr interessanter Beitrag. Ich selbst habe bisher noch nicht so die Berührungspunkte zu den Thema und kann deswegen nicht viel dazu sagen…

    22 . Aug . 2017
  7. Matthias Nebel

    Manchmal muss man sich einfach Zeit nehmen und sich selbst ein wenig Pause gönnen. Andererseits hilft es, wenn man akzeptiert das es mal einfach nicht sofort oder morgen sein kann. Richtig gute Dinge brauchen Zeit, einen starken Willen und Durchhaltevermögen. Du machst das schon ganz gut so! Und auch danke für den tollen Artikel =)

    LG Matthias

    22 . Aug . 2017
  8. Nadine Krummacker

    Ich hoffe es geht bald wieder bei dir bergauf und die Antriebslosigkeit lässt nach.
    Liebe grüße Nadine

    23 . Aug . 2017
  9. Anonym

    Ihr habt einen sehr schönen und lesenswerten Blog.
    Ich bin über Facebook zu diesem Blog gelangt.
    Weiter so:-)
    Viele Grüße von Pascale
    http://www.myblog.de/pascale1974

    23 . Aug . 2017
  10. Heidi

    Lieber Ben,
    vielen lieben Dank, da bin ich ja erleichtert, dass es doch nicht nur als reines Gejammer wahrgenommen wird 🙂

    23 . Aug . 2017
  11. Heidi

    Liebe Danie,
    danke für den lieben Kommi, ich hoffe doch, dass sich das wieder legt!
    Ich finde die Bezahlung auch zweitrangig, wenn ich etwas machen kann, was mir wirklich Spaß macht!
    Liebste Grüße,
    Heidi

    23 . Aug . 2017
  12. Heidi

    Liebe Nadine,
    nein, das bildest du dir vermutlich nicht nur ein, ich tus jedenfalls ganz sicher nicht.
    Und ja, ich denke auch positiv denken ist dabei wirklich mega wichtig, sonst rutscht man immer weiter ab in eine Spirale aus der man irgendwann kein Entkommmen mehr sieht.
    Liebste Grüße,
    Heidi

    23 . Aug . 2017
  13. Heidi

    Liebe Katta,
    vielen lieben Dank 🙂 sei froh, wenn du bislang nichts mit Hashimoto am Hut hattest 🙂

    23 . Aug . 2017
  14. Heidi

    Lieber Matthias,
    da geb ich dir vollkommen recht 🙂 manchmal braucht man einfach eine keine Auszeit und kann eben nicht alles sofort haben. Und vielen lieben Dank ich freu mich sehr, dass dir der Artikel gefallen hat 🙂
    Liebste Grüße,
    Heidi

    23 . Aug . 2017
  15. Heidi

    Liebe Nadine,
    dankeschön 🙂 erfahrungsgemäß sind das aber wirklich nur Phasen^^

    23 . Aug . 2017
  16. Heidi

    Lieber Pascale,
    vielen lieben Dank! Das freut und natürlich sehr 🙂
    Liebste Grüße,
    Heidi

    23 . Aug . 2017
  17. Verena Irrschik

    Hallo Heidi,

    ein berührender und ehrlicher Beitrag! Ich hoffe dass es dir bald besser geht und finde es toll dass du auch noch andere motivierst und aufbaust.

    Liebe Grüße
    Verena

    23 . Aug . 2017
  18. Lisa

    Hallo Heidi,

    puh, also ich drücke dir ganz fest die Daumen, dass du schnell wieder „auf die Beine“ kommst. Solche Phasen sind ätzend; keiner braucht so etwas. Oft hilft es ja schon, wenn man akzeptiert, dass es eben gerade bescheiden läuft. Das macht es zwar nicht besser, aber zumindest erträglicher.

    Liebe Grüße und alle Liebe 🙂
    Lisa

    23 . Aug . 2017

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