Wahrheit

Die erste eigene Wohnung – Ein (Alp)traum

 Ja, für mich war es 2016 endlich soweit. Die eigenen vier Wände. Das Flügge-Werden. Die Hoheit über sich selbst haben. Es gibt wohl niemanden, der sich nicht auf diesen Tag freut, an dem man das Elternhaus verlässt und versucht auf eigenen Beinen zu stehen.

Manche kämpfen sich zuerst durch den WG-Dschungel. Andere haben sich anfänglich vielleicht in eine Wohnung mit ihrem Liebsten verkrümelt. Und dann gibt es da Individuen wie mich – die, die vom Elternhaus alleine in ihre erste Wohnung ziehen. Konfetti!!!

Einige werden nun applaudieren, anerkennend und zustimmend mit dem Kopf nicken und die grenzenlose Freiheit im Blick haben, die man in seiner eigenen Wohnung wohl hat. Immerhin muss ich nie wieder:

 – das Bad teilen 
– Geschirr von gefühlten 9439324849 Menschen spülen 
– Bescheid geben wenn es doch mal später wird als Mitternacht 

Ja, ja – all das sind Vorteile, die auch ich vor Augen hatte, als ich mit strahlenden Augen meine Wohnungsschlüssel überreicht bekommen habe. Und kaum stand ich in der Wohnung… stand ich vor einem großen, leeren NICHTS!

So schön die erste Wohnung auch sein kann, so hart ist der Anfang, liebe Freunde. Lasst mich also meine Erfahrungen der ersten 3 Wochen nach dem Umzug mit euch teilen. ( und ja, es waren definitiv nicht die schönsten 3 Wochen in meinem Leben) .

Man steht also in der neuen Wohnung, für die ihr in München rund 10 Monate suchen musstet. Wirklich Vorbereitungszeit lässt man einem auch nicht wirklich, denn sobald der Vermieter dir hier, in der Stadt der irren Mietpreise, die Wohnung anbietet, habt ihr meistens allerhöchstens 4 Wochen bis zum Mietbeginn. Ich hatte genau 12 Tage. Definitiv nicht genug Zeit um alle nötigen Vorbereitungen abzuschließen. In meinem Fall stand ich dann in 2 vollkommen leeren, wenn auch frisch renovierten Räumen. In eurem Kopf habt ihr euch natürlich schon ausgemalt, wo ihr eure Relaxecke mit Chill-Couch und TV oder euren –hrmhrm- (begehbaren) Kleiderschrank haben wollt. Doch dann müsst ihr diese Möbel auch erst einmal kaufen. Wenn ihr direkt aus eurem Elternhaus kommt – oder auch aus einem kleinen WG-Zimmer in dem euch vielleicht gerade mal ein Bett und ein Schrank gehört haben – wartet eine Einkaufsliste auf euch, die sich gewaschen hat. Das Tückische an dieser Liste? Man merkt von den meisten Sachen erst, wie essentiell sie sind, wenn es bereits zu spät ist. Putzlappen und Besen zum Beispiel. Egal ob ihr renovieren müsst oder nicht – sobald ihr eure Wohnung füllt entsteht früher oder später Dreck. Und wenn es nur eine Dose Fanta ist, die umfällt. Im ersten Moment steht ihr da, wollt zum Lappen greifen und merkt Shit…ich habe keinen Lappen.

Noch viel absurder ist die Situation in der eigenen Küche. Denn auch die ist – wenn ihr anders als ich Glück hattet und eine Küche zur Wohnung ablösen konntet – trotzdem leer. Kein Toaster. Keine Kaffeemaschine. Kein Geschirr. Keine Schüsseln. Kein Besteck. Keine Geschirrtücher. Kein Gar Nichts. Wenn ihr genauso viel Pech hattet wie ich dann steht ihr sogar vor einem noch größeren Nichts, denn ich bin in diese Wohnung eingezogen ohne eine Küche zu haben.

Manche fragen sich nun vielleicht, ob das eine so schlaue Idee war und ob ich dann nicht lieber ein anderes Apartment hätte nehmen können. Tja, innerlich lache und weine ich bei dieser Frage, denn wer den Wohnungsmarkt in München kennt, der weiß, dass man eine Wohnung die erschwinglich – in ganz ganz dicken Anführungszeichen – , zentral und frisch renoviert ist und die einem ANGEBOTEN wird, nicht ausschlägt. Die nächste Wohnung könnte weitere 10 Monate auf sich warten lassen!

Ich stand also in einem großen, kahlen Raum ohne Küche und konnte mir überlegen, wie ich mich die nächsten 3 Monate ernähren werde, denn die Standard-Lieferzeit bei neu gekauften und geplanten Küchen liegt bei ungefähr 8-10 Wochen. In meinem Fall waren es 11 – weil mein Leben mich manchmal offenbar hasst. Plant das unbedingt ein, denn sich über 2 ½ Monate hinweg ohne Kühlschrank und ohne Herd normal zu ernähren ist fast unmöglich. Ich habe in dieser Zeit erst einmal den Wert eines Kühlschranks schätzen gelernt! Ein kleiner Tipp wäre hier sich eine Mikrowelle bei einem Freund auszuleihen, solltet ihr keine eigene haben und eventuell einen Minikühlschrank. Es lohnt sich wirklich, denn sich 8 Wochen lang von Take-Away und Lieferservice zu ernähren ist nicht nur abartig ungesund sondern geht mit der Zeit auch gehörig ins Geld.

Aber gut abgesehen von der Tatsache, dass ich nicht wusste, wie ich mich ernähren sollte, hatte ich auch noch ein anderes Problem: Internet. Denn in den 12 Tagen, die mir von Unterschrift des Mietvertrags zum Einzug blieben, habe ich es natürlich nicht geschafft mich sofort an den Anbietervergleich zu machen und einen Vertrag aufzusetzen. Es hat letztendlich 3 Wochen gedauert die ich ohne Internet in der Wohnung gelebt habe – sehr zu Leiden meiner mobilen Daten. Auch hier merkt man erst wieder, wenn man etwas nicht mehr hat, wie sehr man eigentlich davon abhängig ist. Kein random rumklicken durch Youtube Videos mehr, kein Online Zocken und erst recht keine Musik von Spotify und Co KG mehr.

Und eine dritte Sache, an die man leider nicht sofort denkt, die aber verdammt wichtig ist, ist: Licht. Wenn euer Vormieter nicht nett war und euch eine Glühbirne hängen lassen hat, ist das einzige Licht in eurer Wohnung die Straßenbeleuchtung vor dem Fenster. Die Kabel aus der Decke verspotten euch dann jeden Abend, wenn die Sonne untergeht. Alles, was ich anfangs hatte war eine Standleuchte im Wohn- und im Schlafzimmer und das Licht meines PCs. Nicht unbedingt genug.

Damit ihr nicht genauso leiden müsst wie ich, wenn es auch euer Plan ist, bald auszuziehen, habe ich mir eine kleine Liste überlegt, die ihr abhaken könnt, damit ihr nicht genauso dämlich da steht, wie ich.

SOLLTE BEIM EINZUG DA SEIN 

[ ] BETT
[ ] KÜCHE
[ ] LAMPEN
[ ] INTERNETANSCHLUSS
[ ] LAPPEN
[ ] BESEN
[ ] MÜLLTÜTEN
[ ] TÖPFE / PFANNE
[ ] GESCHIRR ( min. 1 SET)
[ ] SPÜLMITTEL
[ ] HANDTÜCHER
[ ] TOILETTENPAPIER
[ ] ZEWA
[ ] FÖN (Lufttrocken kommt besonders im Winter eher minder gut!)
[ ] WERKZEUGKOFFER ( glaubt mir, ihr werdet ihn in den nächsten Wochen brauchen)
[ ] LEITER / TRETLEITER ( besonders fürs Schrank aufbauen, Lampen aufhängen und Vorhänge anbringen)
[ ] VERLÄNGERUNGSKABEL
[ ] MEHRFACHSTECKDOSEN ( man kann nie genug davon haben, glaubt mir)

Mittlerweile ist das Chaos bei mir überstanden und ich habe mich ganz gut eingelebt. Alles hat seinen Platz gefunden und das einzige, was nun noch erledigt werden muss, sind ein paar Bilder an die Wand zu hängen, die noch auf dem Fußboden stehen. Es dauert eine Weile und ihr werdet euch sicherlich erst einmal merkwürdig in den neuen vier Wänden fühlen. Und doch ist und bleibt der Mensch eben ein Gewohnheitstier und innerhalb von wenigen Wochen könnt ihr eure Freiheit zum ersten Mal genießen.

Was habt ihr beim Umzug in eure eigenen vier Wände erlebt? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.


#backdemi {width: 85%; font-family: verdana; font-size: 10px; text-align: justify;} .headline {font-family: ‘georgia’, cursive; font-size: 38px; letter-spacing: -3px; line-height: 75%; text-align: center;} .beschreibung { font-family: verdana; font-size: 12px; text-align: blockquote; line-height: 100%;}

× By Nessa ×

Hi, ich bin’s, der freundliche Redhead aus der Nachbarschaft. 24 Jahre alt und damit zu jung um sich alt zu fühlen aber zu alt um sich jung zu fühlen. #storyofmylife. München nenne ich mein Zuhause und ja, ich vertrage mehr Bier als du!

Ich stehe mit Rat und Tat in so ziemlich allen Lebenslagen zur Seite, auch wenn du mich niemals 100% in eine Schublade stopfen kannst – Ich stelle mich mit dem gleichen Elan Lippenstifttests, wie ich in der ersten Reihe im Moshpit zu finden bin. Ganz nach dem Motto: I’m not even on drugs – I’m just weird 😀

Hi, ich bin's, der freundliche Redhead aus der Nachbarschaft. 26 Jahre alt und damit zu jung um sich alt zu fühlen aber zu alt um sich jung zu fühlen. #storyofmylife. München nenne ich mein Zuhause und ja, ich vertrage mehr Bier als du! Ich stehe mit Rat und Tat in so ziemlich allen Lebenslagen zur Seite, auch wenn du mich niemals 100% in eine Schublade stopfen kannst - Ich stelle mich mit dem gleichen Elan Lippenstifttests, wie ich in der ersten Reihe im Moshpit zu finden bin. Ganz nach dem Motto: I'm not even on drugs - I'm just weird :D

13 Kommentare

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Hiermit akzeptierst du unsere Datenschutzerklärung.