Freeletics mit Hashimoto
Flaschendrehen,  Pflicht

Freeletics mit Hashimoto

Du machst jeden Tag Sport, versuchst dich gesund zu ernähren und nach zwei Monaten intensivem Training stellst du dich mal wieder in dem Irrglauben auf die Waage, dass das doch etwas bringen muss. Ergebnis? Herzlichen Glückwunsch, du hast ein Kilo zugenommen und damit willkommen zurück in meinem Leben ihr Lieben.
Seit über zwei Monaten quäle ich mich bereits mit Nessa durch Freeletics. Während man an ihr mittlerweile wirklich tolle Erfolge sehen kann, scheint die Zeit für mich immer noch still zu stehen. Ja natürlich werden viele nun sagen, dass ich Muskeln aufgebaut habe und die sind schließlich viel schwerer als Fett. Das mag schon stimmen, aber es ist dennoch schlicht und einfach deprimierend.
In meinem ersten Artikel zum Thema “Leben mit Hashimoto” hab ich erwähnt, dass es mit Hashimoto keinen Sinn macht Sport anzufangen um besonders berauschende Ergebnisse auf der Waage zu erzielen, weil das schlichtweg nicht passieren wird. Natürlich bin ich mir dessen vollkommen bewusst, aber auch ich bin nur ein Mädchen und lasse mich manchmal eben doch von der giftigen Zahl auf der Waage verführen und deprimieren.

Freeletics mit Hashimoto

Aber lasst uns doch von vorne anfangen.

Die Entscheidung wieder mit Freeletics anzufangen fiel damals recht spontan für mich und Nessa. Ob ich mir dabei große Gedanken um die Zahl auf der Waage gemacht habe? Nein, eher nicht, im Grunde wusste ich, wie das Experiment ausgehen würde. Ich hatte dennoch Bedenken, da ich mich schon lange Zeit mit Hashimoto beschäftige und gelesen hatte, dass die falsche Sportart oder zu viel Sport eher zu Müdigkeit, Schwäche und mehr Antriebslosigkeit führen könnte. Zu diesem Thema gibt es unzählig viele “Expertenseiten”die dem Leser neben ihrem für Hashimoto konzipierten Trainingsprogramm noch einen bestimmten Ernährungsplan aufzwingen wollen, was das versprochene Abnehmwunder bewirken soll.
Woraus solche Pläne tatsächlich bestehen? Aus dem sinnvollen Rat auf Gluten, Soja, Salz und Milch zu verzichten, denn angeblich wäre das schlecht für unsere Krankheit. Deshalb muss ich leider alle Vegetarier und Veganer enttäuschen, ihr seid für Hashimoto einfach nicht qualifiziert, denn Soja ist böse. Scherz bei Seite, eure Ernährung hat absolut keinen Einfluss auf diese Autoimmunkrankheit. Natürlich stehen Gewicht und Ernährung in direktem Zusammenhang, aber euren Hormonhaushalt könnt ihr mit dem Verzicht auf all diese Produkte absolut nicht beeinflussen.
[Der einzig halbwegs sinnvolle Punkt ist Gluten. Eine Schein-Zöliakie ist eine der vielen tollen Begleiterscheinungen die Hashimoto mit sich bringt. Deshalb macht es für Leute wie mich, die darunter leiden, Sinn großteils auf Gluten zu verzichten, Eine glutenfreie Ernährung wird aber gerne mit Low Carb gleich gesetzt, was leider falsch ist.]

Dank Nessa habe ich einen direkten gesunden Vergleich zu mir, was das Experiment noch viel spannender macht, ob Freeletics Hashimoto wirklich “besiegen” kann. Ich muss all die Menschen, die nun erwarten, dass ich jammere und bestätige, wie schwer es ist, mit Hashimoto fünf mal die Woche Sport neben einem Vollzeitjob zu machen leider enttäuschen. Es ist nicht schwer, wenn man den Willen dazu hat. Natürlich hab ich ab und an diese grippeartigen Zustände, in denen ich mich schlapp, müde, vom Bus überrollt und einfach nur fertig fühle, aber ich hab gute Nachrichten. Die haben andere Normalsterbliche, wie beispielsweise Nessa auch mal. Wir sind wohl doch nicht allein im Universum der Erschöpfung. Auch das mein Training eher rückläufig und ineffizient ist kann ich nicht bestätigen. Ich fühle mich zwar oft vollkommen erschöpft – was an 100 Burpees, die man mal eben so nebenbei macht liegen kann – aber ich merke, dass ich Erfolge habe. Ich schaffe es beinahe jede Woche meine persönliche Bestzeit in den Workouts zu verbessern und die Übungen mit weniger nach Luft japsenden Zwischenpausen auszuführen. Wenn das keine spürbaren Erfolge sind, dann weiß ich auch nicht.

Das Training zeigt Wirkung

Hätte mir vor 8 Wochen jemand erzählt, dass ich mal 100 Burpees machen werde, dass ich einen Kilometer irgendwann tatsächlich durchlaufen kann ohne Gehpausen einzulegen oder dass 300 Situps am Stück zwar die Hölle aber dennoch schaffbar werden, dann hätte ich euch wohl müde belächelt und mich gefragt, welche Drogen ihr so einwerft. Aber so ist es. All das hab ich nach so kurzer Zeit dank Freeletics und meiner unermüdlichen Sportkomplizin Nessa, die mich anspornt, wenn ich mal durchhänge, geschafft und darauf kann ich definitiv stolz sein, auch wenn die Waage mir noch eine Weile den Mittelfinger zeigt.

Trotzdem kann ich allen Hashimoto-Mitstreitern nur dazu raten, denn auch wenn meine Waage der Meinung ist, noch ein paar Kilos drauf zu legen, mein Maßband spricht da einen ganz andere Sprache. Innerhalb von 8 Wochen hab ich vier Zentimeter Brustumfang, vier Zentimeter Taille und immerhin einen Zentimeter an meiner Hüfte verloren.
Und genau aus diesem Grund werd ich die Waage in Zukunft wieder in den Keller verbannen und mich nicht weiter mit ihr beschäftigen. Alles was zählt ist, dass ich mich in meiner Haut wohl fühle und dieses Gefühl konnte ich mit fünf Tagen die Woche Freeletics auf jeden Fall fördern. Ich glaube fest daran, dass ich nur lange genug durchhalten muss, bis die Fettpölsterchen kapitulieren müssen und wenn es bei mir drei Jahre dauert um optisch das selbe Ergebnis wie Nessa nach sechs Monaten zu erzielen, dann werde ich wohl damit klar kommen.
Ich freue mich über jegliche Kommentare, gerne auch andere Hashimoto-Betroffene, ich hoffe ich konnte euch ein bisschen Mut machen!

Hier könnt ihr übrigens noch einmal unsere bisherige Freeletics-Reise mitverfolgen:

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