Flaschendrehen

Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen

Willkommen zurück auf Wilder Minds und im Land der Harry Potter Anhänger. Es ist wieder so weit! Die magische Welt der guten J.K. Rowling hat erneut gerufen und als Harry Potter Jünger der ersten Stunde musste ich ins Kino. Es ist einfach immer wieder schön in dieses Universum, dass mich seit meiner Kindheit begleitet,  einzutauchen. Was ich gestern allerdings gesehen habe, hat mich absolut sprachlos gemacht und die dringliche Frage aufgeworfen, ob ich wiiirklich ein Review darüber schreiben möchte. Für alle, die den Film noch nicht gesehen haben ist jetzt genau hier SPOILER! der Moment mit dem Lesen aufzuhören. Für alle anderen lasset die Spiele beginnen.
Teil 2 der insgesamt mittlerweile wohl zu 5 Runden ausgeschlachteten Geschichte um Newt Scamander spiel nur ein Jahr nach dem ersten Teil (zum dem ich bereits hier einen Review geschrieben hatte) im Jahr 1927. Hat mich persönlich etwas verwundert, wenn man sich vor Augen hält, dass sie jetzt schließlich versucht Dumbledore und Grindelwald in den Fokus zu rücken. Deren episches Duell war 1945, da wären also noch ein paar Jährchen in den nächsten drei Filmen to go – außer J.K. erklärt ihre Timeline aus den Harry Potter Büchern ein hundertstes Mal für gleichgültig.  Die Story ist recht schnell erzählt: Grindelwald gelingt zunächst mit einigen spektakulären Special Effects die endgültige Flucht aus dem Gefängnis, während seiner Überführung nach Europa. Danach schwenkt die Story zu Newt, dem vom englischen Zaubereiministerium ein Reiseverbot auferlegt wurde, da er in New York so viel Chaos und Aufsehen erregt hat. Über dieses versucht er wohl bereits zu dritten Mal vor einem Ausschuss, in dem sich auch sein großer Bruder, ein Auror befindet,  zu verhandeln. Die Bedingung  fortan für seinen Bruder als Auror zu arbeiten und Credence Barebone (der lebt übrigens doch wieder, auch wenn das im ersten Teil aussah, als hätte man ihn vernichtet. It’s magic…) in Paris aufzuspüren um ihn zu eliminieren ist für Newt allerdings keine Verhandlungsgrundlage, weshalb er den Ausschuss einfach stehen lässt und geht.  Da Newt ablehnt wird die Aufgabe an Grimmson vergeben (Wer war nochmal Grimmson? Hab ich irgendwas vergessen oder warum konnte ich mit diesem selbstgefälligen Bösewicht nichts anfangen? Schreibt mir das gerne in die Kommentare, wenn ihr wisst, wo er hinzustecken ist.)  Kurz darauf bekommt Newt Besuch von einem alt Bekannten. Dumbledore. Der versucht ihn regelrecht anzustacheln trotz Ausreiseverbotes nach Paris zu reisen um dort ein Auge auf besagten Obscurus zu haben. Fast zeitgleich tauchen Queenie Goldstein und Jacob Kowalski ebenfall wieder in Newts Leben auf und verkünden heiraten zu wollen. Durch sie erfährt Newt, dass Tina (mittlerweile kann ich mir ihren Namen merken) sich ebenfalls in Paris aufhält und im Geheimen ermittelt. Noch ein Anreiz mehr für Newt die Koffer zu packen und loszuziehen. Mit Jacob im Gepäck, der sich zuvor mit Queenie gestritten hat und diese in Paris zurückgewinnen will geht es los.  In Paris hat sich Credence einem Wanderzirkus angeschlossen, in dem er  auf Nagini – unseren spontanen Maledictus – trifft und mit ihr umherzieht auf der Suche nach seinen tatsächlichen Wurzeln. Während einer Vorstellung, bei der auf Tina anwesend ist eskaliert die ganze Show, der Zirkus muss verschwinden, Credence und Nagini mit ihm und zurück bleibt nur Tina, die sich von einem Fremden, Yusuf Kama, in die Kanalisation sperren lässt. Credence wiederum hat eine Spur seiner Eltern, die ihn zu einer alten Halbelfin führt und mit deren Tod durch Grimmson endet. Und ziemlich zeitgleich verhört das Ministerium, in diesem Fall Newts Bruder Theseus in Begleitung seiner Verlobten Leta Lestrange Dumbledore und versuchen ihn erneut zum Kampf gegen Grindelwald zu beordern. Vergeblich.  In Paris landen Newt, Tina und Jacob nach deren Befreiung aus der Kanalisation und einem kurzzeitig ohnmächtigen Yusuf bei Nicolas Flamel, von dem Jacob schließlich vom Friedhof Père Lachaise erfährt und sich auf direktem Weg in Richtung Grindelwalds Versammlung begibt. Newt und Tina, die zwischenzeitlich noch versucht haben im französischen Zaubereiministerium einzubrechen und dort Leta in die Arme gelaufen sind werden über Letas Familiengrab ebenfalls auf diesen Friedhof gelockt. Auch Credence taucht dort auf, in der Hoffnung mehr über seine Herkunft herauszufinden und wird von Leta darüber aufgeklärt, dass er das vertauschte Baby auf einer Schiffsreise gemeinsam mit ihr war. Credence ist also kein Lestrange.  Zeitgleich schart Grindelwald seine Anhänger auf diesem Friedhof zu einer Versammlung zusammen, die damit endet, dass Leta ziemlich sinnfrei stirbt, Queenie und Credence zu Grindelwald überlaufen und Newt, Tina und Theseus die Hilfe von Nicolas Flamel brauchen, um das Dämonsfeuer Grindelwalds aufzuhalten.  Und jetzt kommt nochmal einmal SPOILER Am Ende kehrt Newt nach Hogwarts zurück, um Dumbledore ein kleines Flakon zu geben, dass sein Niffler Grindelwald gestohlen hat. Es vermag wohl den sogenannten “Blutpakt”, den die beiden neuerdings als Teenager geschlossen haben, aufzuheben. Grindelwald und seine Anhänger ziehen sich zurück auf Schloss Numengard in Österreich. (Ich dachte eigentlich Numengard läge sehr viel nördlicher, aber gut.) Dort verrät er Credence auch seinen richtigen Namen und seine Herkunft: Aurelius Dumbledore. So viel zum Inhalt. Ich muss denke ich nicht weiter ausführen, warum ich nach dieser letzten Szene erst einmal sprachlos mit offenem Mund ungläubig den Abspann angestarrt habe. Dumbledore soll einen zweiten Bruder haben? Das ist glaube ich das mit sehr weitem Abstand dämlichste, was ich von J.K. seit The cursed child gesehen habe. Je länger ich letztendlich darüber nachgedacht und mit Freundinnen diskutiert habe, desto wahrscheinlicher erscheint es mir jetzt, dass Grindelwald lügt. Denn gehen wir zurück in der Geschichte, dann wurde Albus Dumbledore 1881 geboren. Aberforth ca. 1883 und Ariana ca. 1885. Mit sechs Jahren wurde Ariana von den Muggelkindern gequält, woraufhin Albus Vater Percival diese angriff und 1891 dafür nach Askaban geschickt wurde. Wann genau er starb ist unklar, jedoch heißt es in den Büchern “kurze Zeit später”. All zu lang war sein Aufenthalt in Askaban wohl also nicht. Über Kendra Dumbledore wissen wir, dass sie unmittelbar nach Albus Schulabschluss bei einem magischen Ausraster Arianas getötet wurde. Die Schule schließen Zauberer mit 17 ab, wir befinden uns bei Kendras Tod also im Jahr 1898.   Bei Fantastic Beasts befinden wir uns im Jahr 1927. Um also auch nur ansatzweise mit Dumbledore verwandt und gar verbrüdert sein zu können, müsste Kendra 1897 nochmal schwanger gewesen sein und Credence somit 30 Jahre alt sein. Es tut mir leid, aber dieser gebrechliche, verstrahlte und verwirrte Junge ist niemals 30 Jahre alt. Maximal 25-28 und somit waren leider alle möglichen Elternteile um eine plausible Verwandtschaft zu erklären bereits tot. Gehen wir davon aus, dass Percival sein Vater gewesen sein soll, dann müsste Credence sogar locker 36 Jahre alt sein. Sonst macht ihn das allerhöchstens zum Halbbruder und mit welcher Begründung genau soll Albus dieses Baby weggegeben haben? Weil er natürlich seine explosive kleine Schwester behält und sich um diese gemeinsam mit Aberforth kümmert, aber ein weiteres Geschwisterchen weggeben würde? Alles in allem weißt die Behauptung Grindelwalds hier schon einige Zeitprobleme auf.  Auf weitere Filmfehler wie beispielsweise Minerva McGonagall brauchen wir eigentlich nicht mehr so detailliert eingehen. Denn wie wir es auch drehen und wenden und egal auf welche Altersangabe wir uns berufen (Pottermore hieß es 1935, J.K.’s frühere Aussage von “Mittsiebzigerin” während Harry hieße ca. 1920) sind wir uns trotzdem einig, dass Minerva beim besten Willen 1927 noch keine Klassen unterrichtet hat. Und seit wann können die Ministeriumsangestellten denn auf Hogwarts hin und her apparieren, wie es ihnen passt? Ich dachte immer Hogwarts mag keinen unangekündigten Besuch, abgesehen vom Schulleiter.  Inhaltlich sind mir zwei große Fragen offen geblieben. Die eine war tatsächlich dieser Anakin Skywalker Effekt, als Queenie zu Grindelwald überlief. Es macht von vorn bis hinten keinen Sinn und ist für mich einfach genauso nachvollziehbar wie “Ich we-we-werde mich ihnen unterwerfen””, da es für Queenie einfach keinen Grund gab so zu handeln. Es konnte jedoch noch ein interessanter Plot für Jacob, Newt und Tina werden. Die andere war der Sinn und Zweck Letas’. Warum genau brüllt sie Grindelwald im Dämonsfeuer an um Sekunden danach zu sterben. Die gesamte Notwendigkeit ihrer Anwesenheit, nämlich die Story zwischen Tina und Newt etwas anzufachen, hat sie leider komplett verfehlt. Und auch für Credence war sie letztlich absolut bedeutungslos. Zu den Schauspielern muss ich ganz klar sagen, dass mir Eddie Redmayne als Newt immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert und einfach ein fantastisch gewählter Charakter ist. Von Jude Law als Dumbledore bin ich persönlich noch nicht all zu überzeugt, er wirkt mir tatsächlich zu jung und zu flapsig bisher, aber vielleicht muss man sich in dieser Rolle erst einmal warm spielen. Und zu guter Letzt Johnny Depp als Grindelwald. Es ist und bleibt mir einfach viel zu sehr Johnny Depp und auch Grindelwald hat diesen typischen Jack Sparrow Touch, wie ich es befürchtet hatte. Leider bin ich immer noch der Meinung, dass es bessere Besetzungen für ihn gegeben hätte. Zusammenfassend muss ich gestehen, dass ich es sehr schade fand, wie J.K. ihre eigene Zauberwelt in diesem Film gelinde gesagt mit Füßen tritt. Hätte ich das Geld für den Film nicht bereits ausgegeben wäre es mir mittlerweile tatsächlich zu schade und ich frage mich bereits jetzt, ob ich beim nächsten Teil in zwei Jahren am Abend der Premiere wieder im Kinosessel sitzen werde. Schreibt mir gerne eure Gedanken, es interessiert mich brennend! Vielleicht seht ihr die Dinge ja vollkommen anders.

Schon 27 Jahre und trotzdem noch nicht erwachsen. Ein kleines bisschen verrückt mit großem Herz, bin ich gepaart mit sehr viel Kreativität für jeden Blödsinn zu haben. Lippenstift und Jacken sind meine nicht ganz so geheime Leidenschaft, hallo Frauenklischee! Als kleines Landei pendle ich täglich zwischen Dorf und Großstadt hin und her und weigere mich, mich entwurzeln zu lassen. Von mir gibt's hier auf jeden Fall ganz viel Lifestyle, Beziehungsratgeber, Fotografie und eben alles, was mir täglich so entgegen springt und mich begeistert.

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