Clubhouse App Invite bekommen
Flaschendrehen

Was kann die Clubhouse App und ist der Hype gerechtfertigt?

Ich weiß nicht, ob es Ironie ist, dass mich ausgerechnet eine neue Social App zurück zum Schreiben bringt, aber die letzten Tage kam vermutlich niemand an „Clubhouse“ vorbei. Tatsächlich erinnert diese Begeisterung ein wenig an die Vero-App, die genauso schnell in der Versenkung verschwand, wie sie aufgetaucht ist. Ich dachte mir, ich fasse euch mal kurz zusammen, was Clubhouse eigentlich ist, wo das Ding überhaupt herkommt und wie ihr an einen Clubhouse Invite kommt. Was also kann diese ominöse „Hypeapp“?

Clubhouse App

Fangen wir mit dem Marketing an. Das können sie definitiv.
Einer der Gründe für den Hype sind wohl die Clubhouse Invites. Man kommt nur mit Einladung (Künstliche Verknappung) hinter die heiligen Pforten und schürt damit beim potentielle User die Angst etwas zu verpassen („Fear of missing out“). Außerdem erzeugen die Invites ein Gefühl von Exklusivität und wer gehört nicht gerne zu einem elitär ausgewählten Kreis? Aktuell läuft die App übrigens auch nur auf dem iPhone. Android Nutzer haben wie so oft das Nachsehen.

Was also verpassen all die jenen, die bislang keine Einladung ergattert haben?

Dazu muss man wissen, dass Clubhouse eine reine Audio-App ist. Hier gibt es keine Textbeiträge, keine Bilder abgesehen vom Profilbild und geliked wird auch nichts. Ihr könnt euch das in etwa so vorstellen, als würdet ihr euch einen Live-Podcast anhören und könntet euch melden um an der Diskussion teilzunehmen oder Fragen zu stellen. Aktuell tummelt sich auf dieser Plattform eine bunte Mischung aus Influencern/Content Creators, Businessmanagern, Start-up CEOs und die gesamte Bandbreite der Coaches für jede Lebenslage. Außerdem drehen sich gefühlt 80% aller Räume um die Geheimnisse hinter dem Erfolg in sozialen Netzwerken, die Frage, wie man ein erfolgreiches Business gründet und jede Form von Lifecoaching um sich selbst, seinen Horizont oder sein persönliches Mindset zu erweitern und die beste Version des eigenen Ichs zu werden. Und trotzdem hat die App jetzt schon wahnsinnig großes Suchtpotential.

Vielleicht liegt es an Corona und den mangelnden sozialen Kontakten im echten Leben, vielleicht aber auch einfach daran, dass man talentierten Moderatoren und Speakern gerne zuhört, wenn man sich für ein Thema interessiert. Neben all den Businesstalks findet ihr nämlich auch Lunchdates, gemeinsame Fernsehabende zu allen möglichen TV Format (aktuell sehr beliebt „Der Bachelor“), Diskussionsrunden zu nahezu jedem Thema (Tierschutz, Klamottenstile, Buchclubs, Rechtsgrundlagen usw.) und Bildungsthemen auf Clubhouse. „Wie werde ich Moderator?“ oder „Was muss ich mitbringen um bei Unternehmen XY eingestellt zu werden?“ waren neben einem Business-Help Talk von Paris Hilton und diverse Big Playern der amerikanischen Businesswelt ziemlich spannende Räume, in denen ich zufällig gelandet bin.
Vermutlich macht genau das einen der Schlüsselreize auf Clubhouse aus. Du kannst potentiell mit jedem ins Gespräch kommen, ganz egal, ob ihr im wahren Leben jemals auch nur ansatzweise Berührungspunkte habt.

Als Host eines Rooms könnt ihr übrigens Moderatoren und Sprecher festlegen, während der Rest eurer Audience nur dann zu Wort kommt, wenn sie sich „meldet“. Das Konzept erinnert mich übrigens sehr an einen Vortrag an der Uni oder bei Conventions. Wenn man vom Host und den Moderatoren allerdings nicht gepickt wird, kann man sich auch nicht zum Thema äußern.
Wenn ihr einem Raum beitretet, landet ihr automatisch auf der Zuhörer Liste. Anonym ist hier übrigens rein garn nichts und heimlich jemandem zuhören klappt dementsprechend auch nicht.
Des weiteren gibt es die Möglichkeit „Clubs“ zu bestimmten Themen zu beantragen. Innerhalb dieser Clubs hat man dann also quasi einen „Privaten Raum“ nur für Mitglieder, die sich zum entsprechenden Thema austauschen oder beispielsweise gemeinsame Sessions planen können. So weit finde ich die Idee ganz cool, aber es bleibt abzuwarten, was daraus wird.

Clubhouse App Themengebiete

Und woher kommt die App nun so urplötzlich?

Tatsächlich existiert Clubhouse bereits seit Frühjahr 2020 in den USA und hat dort schon vor einem Jahr den gleichen Boom ausgelöst, den es nun bei uns erlebt. So neu ist die App also eigentlich gar nicht mehr. Aktuell soll die Anzahl der Mitarbeiter übrigens gerade einmal um die 12 Personen betragen, was für eine mittlerweile so große App ziemlich krass ist. Sie steht auch wie all die Appkollegen vor ihr bereits wieder in Verruf, sehr fragwürdig mit dem Thema Datenschutz umzugehen. Clubhouse will, wie beispielsweise auch Whatsapp, Zugriff auf eure Kontakte, fordert euch auf, euch mit eurem richtigen Namen zu registrieren und soll jedes dort geführte Gespräch für eine gewisse Zeit aufzeichnen, um im Nachgang bei Problemen nachhören zu können. Wer sich dessen bewusst ist kann aber vermutlich richtig viel Spaß auf Clubhouse haben.

Wie kommt ihr also rein in Clubhouse?

Bitte gebt keine 50€ auf Ebay für eine Einladung aus! Das ist absolut dreist, überzogen und nicht notwendig! Die Jungs vom Doppelgänger Podcast haben hier nämlich eine ziemlich geniales Guerilla-Marketing Kampagne gestartet, indem sie kurzerhand eine Clubhouse-Invite Telegram Gruppe gegründet haben. Wenn ihr also Zeit, Geduld und ein wenig Ausdauer mitbringt, dann findet ihr auf ihrer Seite alle Infos, wie das ganze funktioniert und wie ihr euch auch innerhalb von wenigen Stunden Zugang zu dieser App verschaffen könnt.
https://www.doppelgaenger.io/clubhouse-invite/
Alternativ kann man sich jetzt bereits auf einer Warteliste seinen Nutzernamen reservieren lassen. Das deutet darauf hin, dass Clubhouse früher oder später für jeden seine Pforten öffnen wird.

Es war ungewohnt aber auch schön nach über einem Jahr mal wieder etwas zu schreiben und ich fürchte ich hab Lunte gerochen und werde das wieder häufiger machen. Alles in allem finde ich, dass die App mal was anderes ist und eben kein tausendster Instagram Klon, ähnlich wie Snapchat und TikTok, die auch mit eigenen Ideen an den Start gegangen sind. Es bleibt zwar abzuwarten, wie sich die App entwickelt, aber Potential ist auf jeden Fall vorhanden und die ungezwungenen Unterhaltungen sind aktuell wirklich erfrischend. Ich freu mich übrigens über Erfahrungsberichte von euch in den Kommentaren, was ihr von der App haltet, denn die spannendste Frage bleibt noch offen:
Wird Instagram die App adaptiert haben, bevor Clubhouse für jeden geöffnet wird?

Schon 27 Jahre und trotzdem noch nicht erwachsen. Ein kleines bisschen verrückt mit großem Herz, bin ich gepaart mit sehr viel Kreativität für jeden Blödsinn zu haben. Lippenstift und Jacken sind meine nicht ganz so geheime Leidenschaft, hallo Frauenklischee! Als kleines Landei pendle ich täglich zwischen Dorf und Großstadt hin und her und weigere mich, mich entwurzeln zu lassen. Von mir gibt's hier auf jeden Fall ganz viel Lifestyle, Beziehungsratgeber, Fotografie und eben alles, was mir täglich so entgegen springt und mich begeistert.

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