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House of the Dragon: Ep 3 Second of his name / Der Zweite seines Namens Review

Wir machen erneut einen Zeitsprung. Drei Jahre sind seit der letzten Folge und damit seit Bekanntgabe der Verlobung von König Viserys I. (Paddy Considine) mit Alicent Hightower (Emily Carey) vergangen – und die beiden blieben in der Zeit nicht untätig. Der König und seine  Königin- sichtlich in anderen Umständen – feiern bereits den zweiten Namenstag des gemeinsamen Sohnes Aegon, der für einen Großteil des Volkes bereits der neue Thronerbe ist und daher schon Aegon II. genannt wird. Dass Rhaenyra (Milly Alcock) diese Position immer noch bekleidet, scheint für viele bereits in Vergessenheit geraten zu sein. Und ich gebe zu, auch ich war der Meinung, dass sie automatisch als Erbin zurücktreten würde, sobald ein männlicher Nachkomme geboren würde. Dem ist allerdings nicht so.

Dass Rhaenyra längst nicht den gleichen Stellenwert hat (bzw. jemals hatte) wie ihr kleiner Bruder Aegon, wird spätestens klar, wenn man das Ausmaß der Feierlichkeiten zu dessen zweiten Namenstag sieht. Schon in der ersten Folge HotD wurde mehr als deutlich, wie sehr Viserys sich einen Sohn und damit einen männlichen Erben wünscht. Dass sie ihn Aegon – nach Aegon, dem Eroberer – nannten, tut sein Übriges. Gefühlt alle namhaften Häuser des Reiches haben sich versammelt, um ebendiesen mit einer ausgiebigen Jagd zu feiern. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen (im wahrsten Sinne des Wortes), wurde sogar ein weißer Hirsch gesichtet, das ursprüngliche Wappentier des Königs, bevor die Targaryens den Thron bestiegen. Ob das nicht ein Zeichen der Götter ist?

Es scheint jedenfalls, als müsse die Entscheidung um die Nachfolge auf dem Thron schnell gefällt werden, denn Viserys scheint nicht bei bester Gesundheit zu sein. Bereits in der letzten Folge sahen wir die Folgen seiner Verletzungen, die der Thron ihm zufügt. Der viele Wein trägt in dieser Folge sein Übriges dazu bei.

Vielleicht hatte aber auch Otto Hightower (Rhys Ifans) – Hand des Königs und Vater der neuen Königin – seine Hand im Spiel? Er scheint jedenfalls alles dafür zu tun, dass sein Enkel König wird und nicht Rhaenyra, woran Viserys allerdings festhält.

Er hält allerdings auch daran fest, dass Rhaenyra, die inzwischen volljährig ist, heiraten muss. Diese hält – ähnlich wie etwa 200 Jahre später eine gewisse Lady von Winterfell – wenig davon, einen Mann an ihrer Seite zu haben. Und so lässt sie Lord Jason Lannister ziemlich schnell alleine stehen, als dieser seine Absichten preisgibt. Dessen Zwillingsbruder Ser Tyland hat im Übrigen die Seeschlange als Master of Ships im kleinen Rat ersetzt.

Allerdings gibt es noch andere Optionen. Lyonel Strong (Master of Laws und Lord von Harrenhal) unterbreitet einen ziemlich interessanten Vorschlag, von dem Viserys nicht gänzlich abgeneigt scheint. Statt seinen eigenen Sohn, der als stärkster Ritter der Königslande gilt und daher den Spitznamen “Knochenbrecher” trägt, in den Ring zu werfen, schlägt er Laenor Velaryon, vor, um Ser Corlys zu besänftigen und die beiden alten valyrischen Häuser wieder miteinander zu versöhnen. 

Hintergrund: Laenor Valerion ist der älteste Sohn der Seeschlange und Prinzessin Rhaenys Targaryen. Aufgrund seiner Targaryen-Mutter ist er ein Drachenreiter. Wir dürfen ihn und seinen Drachen Seasmoke später in der Schlacht um die Stepstones sehen. Ich denke, wir dürfen hier noch einiges erwarten.

Eine weitere Option liefert niemand anderes als die Hand des Königs und diese schlägt niemand anderen als  seinen Enkel Aegon Targaryen vor. Davon möchte Viserys allerdings nichts wissen. Zwar ist es nicht ungewöhnlich, dass die Targaryens sich ihre Ehepartner innerhalb der Familie suchen (, Viserys’ Eltern und Großeltern waren ebenfalls jeweils Geschwister, Jaehaerys I. hat mit seiner Schwester sogar neun Kinder gehabt), allerdings scheint ihn der Altersunterschied von immerhin 15 Jahren abzuschrecken. Die Gespräche zwischen den beiden wären jedenfalls recht einseitig.

Statt sich weiter von Bewerbern um ihre Hand belästigen zu lassen, macht sich Rhaenyra kurzerhand allein auf in den Kingswood. Nun, fast allein. Ser Criston Cole (Fabien Frankel), den sie erst kürzlich zum Ritter der Königsgarde ernannte, folgt ihr. Fast könnte man meinen, dass die Prinzessin gegen Avancen des Ritters in Weiß nichts einzuwenden hätte. Sie hat allerdings – im Gegensatz zu einem gewissen König Robert Baratheon etwa 200 Jahre später – etwas dagegen, von einem Wildschwein aufgespießt zu werden und macht hier ziemlich deutlich, dass sie keinen Mann an ihrer Seite braucht.

Wer allerdings sehr wohl jemanden an seiner Seite gebrauchen könnte, ist ihr Onkel Daemon. Der führt gemeinsam mit Corlys Velaryon, seinem neuen Verbündeten, Krieg gegen den Crabfeeder. Aber hier scheint es kein Vor- und Zurück mehr zu geben. Bis Daemon einen Brief des Königs erhält, in dem dieser ihm Unterstützung verspricht.

Und Daemon? Der fühlt sich dadurch provoziert und versucht den Feind – so scheint es jedenfalls im ersten Moment – im Alleingang besiegen zu wollen. Unter dem Vorwand sich zu ergeben, hisst er die weiße Flagge und präsentiert sein Schwert aus valyrischem Stahl Dark Sister. Dass allerdings ein Daemon Targaryen so schnell nicht aufgibt, sollte jedem klar sein, der auch nur eine Minute aufgepasst hat.

Es dauert nicht lange, da tauchen die Valeryons auf und steigen in das Blutbad ein. Untermalt wird das Ganze von Drachenfeuer (wir dürfen jetzt auch Rhaenyras möglichen Zukünftigen in Action sehen), bis Daemon triumphierend den toten Crabfeeder (oder das, was von ihm übrig ist) hinter sich her schleifend aus dessen Versteck tritt.

Ob und wie er nach diesem scheinbaren Erfolg seinem Bruder gegenübertritt, sehen wir nächste Woche. Der Trailer für Episode 4 ist jedenfalls mehr als vielversprechend.

Fazit: In Episode 3 werden vor allem Konflikte aufgebaut. Otto will seine Familie um jeden Preis auf dem Thron sehen, während Viserys eigentlich nur das Beste für seine Tochter will. Gleichzeitig soll sie aber auch ihren Pflichten nachgehen. Rhaenyra weiß, dass sie es als Frau auf dem Thron schwer haben wird und entfernt sich emotional immer weiter von ihrem Vater.

Für mich stellt sich die Frage nicht, ob Viserys einknicken wird und seinen Sohn zum Thronerben ernennen wird, sondern wann er das tun wird und wie sehr er sich von Otto beeinflussen lassen wird. Ich halte ihn für keinen sonderlich starken König, der zudem von seiner Krankheit gezeichnet immer schwächer zu werden droht.

Schaut ihr euch die Preview an oder lasst ihr euch überraschen? Ich sitze jedenfalls schon auf heißen Kohlen für die nächste Folge.

Für diese Folge gibt es von mir jedenfalls 8 von 10 Drachenfeuer.

Ich bin der singende, tanzende Abschaum der Welt. Mit seichter Unterhaltung, Trash TV (naja, das meiste. Das große Promibacken ist mein Guilty Pleasure) und RomComs kann ich oft nicht viel anfangen. Albernes Zauberstabgefuchtel und kindische Hexereien wird es hier nicht geben. Wer es gerne ernst und düster mag, ist bei mir genau richtig. Ich hab einen Hang zu Antihelden und drück dem Bösen heimlich mal die Daumen. Ich bin Freund des Unerwarteten und des Mindfucks. Das Leben hat mich eingeholt und so weiß ich gute Filme und Serien mehr zu schätzen den je. Und gleichzeitig ist meine Antwort auf Klatsch und Tratsch immer öfter „Kenn ich nicht, ist mir auch egal“. Seifenblasennostalgie meets Hobbypoesie und Dorfkindromantik. Ich bin die, die „Folge deinem Herzen, aber nimm dein Hirn mit“ an Bushaltestellen schmiert. Mehr gibt es (hin und wieder mal) auf Instagram unter @_sandrapopandra.

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