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Schelle mit Vorgeschichte: Will Smith schlägt Chris Rock bei Oscars 2022 ins Gesicht – Hintergründe und Twitter-Reaktionen

Wer, genau wie wir, bei Allnightern die Ausdauer eines Kleinkinds hat, wird die diesjährige Oscarverleihung wahrscheinlich höchstens nachträglich zu sehen bekommen haben. Wer allerdings, ebenfalls genau wie wir, ein aktiver Nutzer der App Twitter ist, durfte spätestens am Montagvormittag von der Ohrfeige erfahren, die um die Welt ging. Nein, wir reden hier nicht von der Schelle, die sich Oliver Pocher in den Zuschauer-Reihen eines Boxkampfes einfing. Die Rede ist hier natürlich von Will Smith’s Schlag in Chris Rock’s Gesicht. Doch handelte es sich hierbei nicht um das einzige Highlight des größten Preises der Filmbranche dieses Jahr. Wir haben euch einige der Oscar-Highlights zusammengetragen.

Beginnen wir am Anfang…

Oscars 2022: Exklusive Preisverleihung

Für Ärger vorab sorgte die Ankündigung die Preise einiger Kategorien würden bereits in einer Zeremonie vorab verliehen werden, um die eigentliche Preisverleihung so kurz wie möglich zu halten. Darunter fielen die Oscars für Haarstyling und Make-up, Schnitt, Sound, Filmmusik, Production Design, kurzer Spielfilm, animierter Kurzfilm und kurzer Dokumentarfilm. Kurz gesagt viele Bereiche der Filmindustrie, die unsere geliebten Stars erst zu Stars machen.

Ausschnitte dieser verfrühten Preisverleihung wurden dann bei der anschließenden Hauptveranstaltung gezeigt.

Oscar-Stars zeigen Solidarität mit der Ukraine

Im Vorfeld der Preisverleihung hatte Schauspieler Sean Penn zum Boycott der Oscars 2022 aufgerufen, sollte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nicht während der Veranstaltung zugeschaltet werden um dem derzeitigen Krieg in der Ukraine Aufmerksamkeit zu schenken.

Eine Rede des Staatsoberhauptes gab es schlussendlich nicht, allerdings ließen es sich einige Stars nicht nehmen trotzdem ihre Solidarität mit ukrainischen Geflüchteten zum Ausdruck zu bringen. So trug etwa Hollywood-Ikone Jamie Lee Curtis eine blaue Schleife an ihrem Finger, Benedict Cumberbatch, nominiert für die Kategorie „Bester Hauptdarsteller“, trug eine Anstecknadel in den Farben der ukrainischen Nationalflagge und „Aqua Man“-Darsteller Jason Momoa ein blau-gelbes Einstecktuch.

Auch eine Schweigeminute, der Hinweis der Academy für die Opfer des Krieges zu spenden samt einer Ansprache der aus der Ukraine stammenden Schauspielerin Mila Kunis sollten ein Zeichen setzen.

Die Oscar-Ohrfeige, die in die Geschichte einging

Kommen wir nun zum Höhepunkt der Oscarnacht: Die berüchtigte Ohrfeige, die Twitter zu allerhand kreativer Memes inspirierte. Komiker Chris Rock hielt es für eine gute Idee in einem Witz auf Jada Pinkett Smiths Krankheit Alopecia anzuspielen. Die Ehefrau von Schauspieler Will Smith hatte sich erst kürzlich die Haare komplett abrasiert, was Chris Rock zu der Aussage veranlasste: „Ich kann nicht erwarten dich in G.I. Jane 2 zu sehen“. Er spielte hier auf den gleichnamigen Film mit Schauspielerin Demi Moore an, die in ihrer Rolle als Soldatin ihren Kopf kahl rasiert trug.

Womit Chris Rock allerdings nicht gerechnet hatte, war die Reaktion von Will Smith.
Zunächst schien der Schauspieler über den recht geschmacklosen Witz noch zu lachen. Im nächsten Moment stand er allerdings auf, lief schnurstracks die Bühne entlang direkt auf den Komiker zu und schlug diesen ohne lange Umschweife mit der Hand ins Gesicht.

Im Anschluss lief der Schauspieler emotional sichtlich mitgenommen aber lächelnd zurück zu seinem Platz, setzte sich und rief dem noch immer auf der Bühne stehenden perplexen Chris Rock zu er solle gefälligst den Namen seiner Frau nicht in den Mund nehmen.

“Keep my wife’s name out your f- mouth!”

Schauspieler Will Smith bei der Oscarverleihung 2022

Der Geohrfeigte gewann seine Fassung recht schnell wieder zurück und witzelte sofort: „Das war die größte Nacht in der Geschichte des Fernsehens.“

Im Publikum: Schockierte Gesichter. Teilweise auch sichtliche Unsicherheit, ob es sich bei dem Geschehen vielleicht um einen inszenierten Act handeln könnte.

Hier könnt ihr euch das Geschehen noch einmal in Videoform zu Gemüte führen.

Twitter allerdings explodierte in den folgenden Stunden förmlich vor Memes. War die Situation auch zu bizarr. Der Zwischenfall wurde nämlich im Großen und Ganzen ignoriert und die Show ging weiter als wäre nichts passiert. Einige Zeit später durfte Will Smith sogar seinen Oscar in der Kategorie “Bester Hauptdarsteller” annehmen und eine sechsminütige, tränenreiche Rede halten in der er sich jedoch zumindest für sein vorheriges Verhalten entschuldigte. Bei der Academy. Nicht bei Chris Rock.

Die Witze auf Twitter reichten über Anspielungen auf die Serie “How I Met Your Mother”….

…über das allzeit beliebte Meme von Leonardo Di Caprio aus “Django Unchained”…

…bis hin zu Witzen über die Reaktionen der Zuschauer.

Und natürlich wurde auch der Moment selbst vielfach auf Twitter für die Ewigkeit festgehalten.

Chris Rock: Nicht der erste Seitenhieb auf Kosten der Smiths

Der Eklat in der Oscarnacht war allerdings nicht das erste Mal, das Chris Rock einen Hieb in Richtung des Ehepaars Smith verteilte. Bereits in der Vergangenheit hatte sich der Komiker über die beiden Schauspieler geäußert.

Bei der Oscar-Verleihung im Jahr 2016 hatte Chris Rock Witze über das Ehepaar Smith gemacht, als diese im Zuge des Protests #OscarsSoWhite die renommierte Preisverleihung boykottierten. Sie wollten damit ein Zeichen gegen Rassismus in der Filmindustrie setzen. Rock kommentierte das Nicht-Erscheinen der beiden mit den Worten: “Jadas Boykott der Oscars ist wie mein Boykott von Rihannas Unterhose. Ich war nicht eingeladen.”

Unter einen Geburtstagspost Will Smith’s an seine Exfrau Sheree Zampino im Jahr 2018 kommentierte Chris Rock außerdem: “Wow. Du hast eine sehr verständnisvolle Ehefrau.”
Auf Twitter äußerten sich User ebenfalls zur Beziehung des Ehepaars Smith, da die beiden laut eines Interviews 2020 bereits auf Eheprobleme in ihrer Vergangenheit zurückblicken können. Grund dafür soll Untreue von Jada Pinkett Smith gegenüber ihrem Ehemann Will Smith gewesen sein.

Einige Nutzer der App spekulierten auch, ob Will Smith erst nach nonverbaler Aufforderung seiner Ehefrau zu den radikalen Maßnahmen griff und hinter dem gesamten Fiasko eigentlich Jada Pinkett Smith stand.

Chris Rock und Will Smith kennen sich bereits seit den 90er Jahren als Chris Rock in der TV-Serie “Der Prinz von Bel Air”, in der Will Smith die Titelrolle verkörperte, einige Gastauftritte hatte. Ob die Beziehung der beiden Schauspieler durch die jüngsten Ereignisse nachhaltig negativ beeinflusst ist, ist nicht bekannt.

Im Anschluss an den Vorfall distanzierte sich die Academy mit einem Tweet von jeglicher Art von Gewalt.

Unsere Meinung zum Ohrfeigen-Eklat bei den Oscars 2022

Ritterlichkeit und herkömmliche Vorstellungen von Männlichkeit hin oder her: Gewalt geht unserer Meinung nach einfach gar nicht. Niemals. Auch nicht, wenn man Will Smith heißt und erst recht nicht im Live-TV bei der größten Preisverleihung der Filmindustrie vor einem Millionenpublikum.

Natürlich war Chris Rocks Witz geschmacklos, das gibt aber trotzdem niemandem das Recht auf körperliche Gewalt zurückzugreifen. Die Sache hätte definitiv anders und um einiges stilvoller aus der Welt geräumt werden können. So vermasselte sich Will Smith seinen einzigartigen Oscar-Moment mit einem Auftritt, der ein recht zweifelhaftes Bild von ihm zeichnet – und anstelle seines Oscar-Gewinns im kollektiven Gedächtnis bleiben wird.

Update vom 29.03.2022: Inzwischen hat sich Will Smith in einem Statement bei Chris Rock für die Ohrfeige entschuldigt: “Gewalt in all ihren Formen ist giftig und zerstörerisch. Mein Verhalten auf den Academy Awards letzte Nacht war inakzeptabel und unentschuldbar. Witze auf meine Kosten sind Teil des Jobs. […] Ich möchte mich öffentlich bei dir entschuldigen, Chris.”

Weiteres Oscar-Highlight: Hans Zimmer im Bademantel

Noch ein bisschen heile Welt zum Schluss: Quasi aus dem Homeoffice feierte Filmkomponist Hans Zimmer seinen Oscar für die beste Filmmusik für „Dune“. Der Musiker befindet sich derzeit auf Europatour und tweetete ein Foto im Bademantel aus seiner Hotelbar in Amsterdam:

Nachfolgend haben wir euch die Nominierten und jeweiligen Oscar-Gewinner aller Kategorien zusammengetragen. Hier könnt ihr übrigens noch einmal unsere Oscar-Prognose nachlesen und vergleichen, womit wir richtig lagen.

Oscar-Gewinner 2022

Bester Film

  • Coda – GEWINNER
  • Nightmare Alley
  • Don’t Look Up
  • Dune
  • Drive My Car
  • Belfast
  • Licorice Pizza
  • The Power of the Dog
  • West Side Story
  • King Richard

Bester Hauptdarsteller

  • King Richard: Will Smith – GEWINNER
  • Tick, Tick…Boom!: Andrew Garfield
  • The Power of the Dog: Benedict Cumberbatch
  • Being the Ricardos: Javier Bardem
  • Macbeth: Denzel Washington

Beste Hauptdarstellerin

  • The Eyes of Tammy Faye: Jessica Chastain – GEWINNERIN
  • Frau im Dunkeln: Olivia Colman
  • Spencer: Kristen Stewart
  • Being the Ricardos: Nicole Kidman
  • Parallele Mütter: Penélope Cruz

Bester Song

  • No Time To Die: Billie Eilish, Finneas O’Connell – GEWINNERIN
  • Dos Oruguitas: Lin-Manuel Miranda
  • Somehow You Do: Diane Warren
  • Be Alive (aus King Richard): Beyoncé, Dixson
  • Down to Joy (aus Four Good Days): Van Morrison

Bester Nebendarsteller

  • Coda: Troy Kotsur – GEWINNER
  • The Power of the Dog: Kodi Smit-McPhee
  • Being the Ricardos: J.K. Simmons
  • Belfast: Ciarán Hinds
  • The Power of the Dog: Jesse Plemons

Beste Nebendarstellerin

  • West Side Story: Ariana DeBose – GEWINNERIN
  • The Power of the Dog: Kirsten Dunst
  • Frau im Dunkeln: Jessie Buckley
  • King Richard: Aunjanue Ellis
  • Belfast: Judi Dench

Bester animierter Spielfilm

  • Encanto – GEWINNER
  • Luca
  • Flee
  • Die Mitchells gegen die Maschinen
  • Raya und der letzte Drache

Beste Regie

  • The Power of the Dog: Jane Campion – GEWINNERIN
  • Belfast: Kenneth Branagh
  • Drive My Car: Hamaguchi Ryusuke
  • West Side Story: Steven Spielberg
  • Licorice Pizza: Paul Thomas Anderson

Bester fremdsprachiger Film

  • Drive My Car – GEWINNER
  • Flee
  • Lunana – Das Glück liegt im Himalaya
  • The Hand of God
  • Der schlimmste Mensch der Welt

Haare und Makeup

  • The Eyes of Tammy Faye: Linda Dowds, Justin Raleigh, Stephanie Ingram – GEWINNER
  • Dune: Eva von Bahr, Donald Mowat, Love Larson
  • House of Gucci: Frederic Aspiras, Göran Lundström, Anna-Carin Lock
  • Cruella: Nadia Stacey, Naomi Donne, Julia Vernon
  • Der Prinz aus Zamunda 2: Michael Marino, Stacey Morris, Carla Farmer

Schnitt

  • Dune: Joe Walker – GEWINNER
  • Don’t Look Up: Hank Corwin
  • Tick, Tick…Boom!: Andrew Weisblum, Myron I. Kerstein
  • The Power of the Dog: Peter Sciberras
  • King Richard: Pamela Martin

Beste Filmmusik

  • Dune: Hans Zimmer – GEWINNER
  • Encanto: Germaine Franco
  • Don’t Look Up: Nicholas Britell
  • The Power of the Dog: Jonny Greenwood
  • Parallele Mütter: Alberto Iglesias

Production Design

  • Dune: Patrice Vermette, Zsuzsanna Sipos – GEWINNER
  • Nightmare Alley: Tamara Deverell, Shane Vieau
  • The Power of the Dog: Grant Major, Amber Richards
  • Macbeth: Stefan Dechant, Nancy Haigh
  • West Side Story: Adam Stockhausen, Rena DeAngelo

Bester Kurzfilm

  • The Long Goodbye: Riz Ahmed & Aneil Karia – GEWINNER
  • Ala Kachuu – Take and Run: Maria Brendle und Nadine Lüchinger
  • On My Mind: Kim Magnusson und Martin Strange-Hansen
  • Please Hold: K.D. Dávila und Levin Menekse
  • Sukienka: Tadeusz Łysiak und Maciej Ślesicki

Animierter Kurzfilm

  • The Windshield Wiper: Alberto Mielgo, Leo Sanchez Barbosa – GEWINNER
  • Rote Robin: Michael Please, Dan Ojari
  • Affairs of the Art: Joanna Quinn, Les Mills
  • Boxballet: Anton Dyakov
  • Bestia: Hugo Covarrubias, Tevo Díaz

Kurzer Dokumentarfilm

  • The Queen of Basketball: Ben Proudfoot – GEWINNER
  • Als wir Tyrannen waren: Jay Rosenblatt
  • Hörbar: Geoff McLean und Matthew Ogens
  • Nach Hause: Pedro Kos und Jon Shenk
  • Drei Lieder für Benazir: Elizabeth Mirzaei und Gulistan Mirzaei

Beste visuelle Effekte

  • Dune: Brian Connor, Paul Lambert, Tristan Myles, Gerd Nefzer – GEWINNER
  • Keine Zeit zu sterben: Chris Corbould, Jonathan Fawkner, Joel Green und Charlie Noble
  • Shang-Chi and the Legend of the Ten Rings: Joe Farrell, Dan Oliver, Christopher Townsend und Sean Noel Walker
  • Spider-Man: No Way Home: Scott Edelstein, Kelly Port, Dan Sudick und Chris Waegner
  • Free Guy: Swen Gillberg, Bryan Grill, Nikos Kalaitzidis und Dan Sudick

Bester Ton

  • Dune: Ron Bartlett, Theo Green, Doug Hemphill, Mark A. Mangini, Mac Ruth – GEWINNER
  • Belfast: Niv Adiri, Simon Chase, James Mather und Denise Yarde
  • West Side Story: Brian Chumney, Tod A. Maitland, Shawn Murphy, Andy Nelson und Gary Rydstrom
  • The Power of the Dog: Richard Flynn, Robert Mackenzie und Tara Webb
  • Keine Zeit zu sterben: James Harrison, Simon Hayes, Paul Massey, Oliver Tarney und Mark Taylor

Bestes Kostümdesign

  • Cruella: Jenny Beavan – GEWINNERIN
  • Cyrano: Jacqueline Durran und Massimo Cantini Parrini
  • Dune: Robert Morgan und Jacqueline West
  • Nightmare Alley: Luis Sequeira
  • West Side Story: Paul Tazewell

Bestes Szenenbild

  • Dune: Zsuzsanna Sipos, Patrice Vermette – GEWINNER
  • West Side Story: Rena DeAngelo und Adam Stockhausen
  • Macbeth: Stefan Dechant und Nancy Haigh
  • Nightmare Alley: Tamara Deverell und Shane Vieau
  • The Power of the Dog: Grant Major und Amber Richards

Beste Kamera

  • Dune: Greig Fraser – GEWINNER
  • Macbeth: Bruno Delbonnel
  • West Side Story: Janusz Kamiński
  • Nightmare Alley: Dan Laustsen
  • The Power of the Dog: Ari Wegner

Trash-Liebhaberin mit einer Schwäche für alte Hollywoodfilme. Sims-Veteranin und Playstation-Noob. Serien-Conaisseuse mit einem Auge für Film-Details. Ich unterscheide nicht zwischen Filmklassiker und Youtube-Video. Gute Unterhaltung ist gute Unterhaltung. Zu meiner Person: Ich bin Daria, Millenial und ehemalige Entertainment-Redakteurin. Seit dem Zeitpunkt als ich das erste Mal eine Fernsehzeitschrift in den Händen hielt fasziniert mich die Welt des Films und der Hollywood-Glamour der Stars und Sternchen. Infos oder Einschätzungen zum aktuellen Promi-Tratsch? I'm your girl. Seriöse Filmanalysen? Let's go. I can do both. Auf Instagram findet ihr mich übrigens als @dariaayra

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